Eine Auswahl von unterstützten Projekten 2025
“Planet Earth – As Within So Without” – Eine Solo Klavier Albumproduktion
In ihrem zweiten Album achtet die Konzertpianistin Lisa Maria Schachtschneider ganz bewusst auf das Gleichgewicht zwischen weiblichen und männlichen Werken, das in der klassischen Musikbranche bis heute noch nicht erreicht ist. Viele Werke von Komponistinnen sind zu Unrecht in Vergessenheit geraten, weshalb dieses Album unter anderem drei Ersteinspielungen von weiblichen Werken enthält wie die Klaviersonate der Zürcher Komponistin Martha von Castelberg. Mit diesem Album und dem dazugehörigen informativen Booklet will die Künstlerin einen Beitrag zur medialen Verbreitung klassischer Musik aus weiblicher Feder leisten und Mädchen und Frauen ermutigen, den Weg in die klassische Musikwelt zu wagen.
“Vermittlung Literaturarchive” – Ein Projekt des Gosteli-Archivs
Das Gosteli-Archiv in Worblaufen bei Bern bewahrt die Bestände von Frauenorganisationen aus der ganzen Schweiz sowie zahlreiche Privatnachlässe, Pressedokumentationen und audiovisuelle Materialien zur Geschichte der Frauenbewegung. Um das umfassende Material einem breiten Publikum zugänglich zu machen, plant das Archiv zwei Vermittlungsformate: 1. Im Rahmen der beliebten und niederschwelligen Abendveranstaltung „Plaisir d’archive“ stellen eine Person aus dem Bereich Kunst und eine Person aus der Wissenschaft einen Quellenbestand vor. 2. An den regelmässigen Führungen haben Gruppen und Schulklassen Gelegenheit, anhand ausgewählter Dokumente Einblick in die Geschichte der Frauenbewegung zu erhalten. Ziel dieses Vermittlungsprojekts ist es, das schriftstellerische und journalistische Schaffen von Frauen im 20. Jahrhundert sichtbar zu machen.
“Leni Robert – Die Unbezähmbare” – Eine Biografie über eine Schweizer Politikerin
Die Autorin Bettina Hahnloser geht in dieser Biografie dem aussergewöhnlichen Lebensweg und der politischen Karriere von Leni Robert nach. Nach der Einführung des Frauenstimmrechts 1971 gehörte sie zu den ersten Frauen, die aktiv in die Kantonspolitik einstiegen. Sie hat die Politik von Stadt und Kanton Bern der 1970er und 1980er Jahr entscheidend geprägt und hat mit ihrem politischen Stil viel Aufsehen erregt. Das Buch ist das Porträt einer Pionierin und gibt Einblick in das Leben und die Kämpfe von Frauen in einer Zeit, in der die Politik von Männern beherrscht war.
“La Révolte des Cigarières“ – Eine Graphic Novel über die Zigarrenmacherinnen von Yverdon
Die vom Lausanner Verlag Antipodes herausgegebene Graphic Novel erzählt die Geschichte des ersten Frauenstreiks in der Schweiz. 1907 traten 60 von 180 Arbeiterinnen der Tabakwarenfabrik Vautier in Yverdon in den Streik. Die fiktive Geschichte von Sara, gezeichnet von Fanny Vauchier und getextet von Eric Burnard, gibt einen eindrücklichen Einblick in jene Jahre des Kampfes um eine gewerkschaftliche Organisation, die von der Fabrikleitung lange nicht toleriert wurde. Der Erzählung folgen mehrere Seiten historischer Ausführungen zu diesem Streik mit der Reproduktion von bisher unentdeckten Fotos und Quellen, wie zum Beispiel der handgeschriebene „Aufruf an alle Arbeiterinnen“. Das Buch erforscht ein Kapitel verkannter Arbeitergeschichte aus der Waadt, die nicht vergessen gehen sollte.
“SAH Ateliers für Frauen “ – Arbeitsintegration von stellensuchenden Frauen
Das schweizerische Arbeiterhilfwerk Zentralschweiz bietet mit seinen Ateliers für Frauen stellensuchenden Frauen Arbeitsintegrationsplätze in handwerklichen und kreativen Bereichen. Die Teilnehmerinnen werden unter Anleitung von qualifierten Agoginnen auf eine Tätigkeit im allgemeinen Arbeitsmarkt vorbereitet. Zudem werden sie mit regelmässigen Coachings, Standortgesprächen und ergänzenden Bildungstagen begleitet. Aktuell arbeiten wöchentlich rund 60 Frauen in den fünf Ateliers Floristik, Textil, Verkauf & Dekoration, Malen & Papier sowie Küche. Mit einer Neuausrichtung des Verkaufs soll dem Wandel in der Arbeitsintegration begegnet werden. Das Angebot unterstützt die Frauen auf ihrem Weg zurück in den Arbeitsmarkt und verbessert ihre Chancen zur beruflichen Integration.
“Unterrichtsmaterial zur Frauenmigration“ – Ein Projekt des Tessiner Archivs für Frauengeschichte
Das Archiv für Frauengeschichte hat diverses Unterrichtsmaterial sowie Workshops und interaktive Informationsträger erarbeitet, um der Geschichte der Tessiner Auswanderinnen nachzugehen. Unter welchen Bedingungen arbeiteten diese Frauen im Ausland, zu welchen Arbeitsbereichen hatten sie Zugang und wie gestaltete sich ihr Familienleben? Zur Veranschaulichung des Themas werden Quellen und Dokumente aus dem Frauenarchiv zur Verfügung gestellt. Das Projekt richtet sich an Lehrpersonen der Oberstufe, des Gymnasiums sowie der Berufs- und Handelsschulen. Die Schulungsunterlagen können entweder im Unterricht benutzt werden oder die Klassen können an Workshops im Frauenarchiv teilnehmen. Das Projekt ist Teil eines umfassenderen Schulungsangebots, das in den kommenden Jahren in Zusammarbeit mit kantonalen und nationalen Partnern vertieft werden soll.
“Frauen in der Landwirtschaft“ – Ein Projekt des Vereins Weltacker Schweiz
Wenn die weltweite Fläche gerecht verteilt würde, stünde jedem Menschen eine Ackerfläche von 2000 m² zu. Darauf muss alles wachsen, was uns ernährt und versorgt. Ein Weltacker – wovon es in der Schweiz mittlerweile vier gibt – macht diese Fläche durch reale Bepflanzung sichtbar. Das Jahr 2026 wird von der UNO zum “International Year of the Woman Farmer” erklärt. Deshalb macht der Verein Weltacker Schweiz das Thema Frauen in der Landwirtschaft auch bei uns zum Schwerpunkt. Frauen leisten weltweit einen grossen Teil der Arbeit in Landwirtschaft und Ernährungssystemen – oft schlechter entlöhnt, rechtlich benachteiligt und ohne soziale Absicherung. Auch in der Schweiz bleibt diese Arbeit häufig unsichtbar. Mit Informationsmaterialien, Veranstantlungen, Bildungsmodulen und interaktiven Installationen wird die zentrale Rolle von Frauen in der Landwirtschaft sichtbar gemacht. Das Projekt fördert das Bewusstsein für faire Teilhabe sowie Rechte und Anerkennung von Frauen in der Arbeitswelt Landwirtschaft.
“BRILLANTES” – Podcast-Porträts von inspirierenden Frauen in der Schweiz
Jeanne du Sartel produziert regelmässige Podcasts auf Englisch mit bewusst französischem Akzent, in denen sie Frauen aus der Schweiz porträtiert, die in Kultur, Wirtschaft, Politik und Berufswelt unabhängig und selbstbewusst ihren Weg gehen. Seit 2021 haben rund 30 Frauen von ihren Erfahrungen erzählt und somit oft unsichtbare Lebenswege sichtbar, bzw. hörbar gemacht. Mit diesen Podcasts will die Autorin diese Sichtbarmachung fördern und konkrete Modelle liefern, die junge Frauen inspirieren, in ihren Wunschberuf zu investieren und Gleichberechtigung zu fördern.
“Sein und Schein” – Eine dokumentarische Performance
Die Compagnie Dalang & Co. tritt in ihrer Performance mit sieben maskierten „Gästen“ auf, die einen surrealistischen Dialog mit der Stadt führen, in dem poetisch, kritisch und mit Humor über Frauenrechte und Migration nachgedacht wird. Durch den Abend führt „die Stadt“, verkörpert von einer unsichtbaren weiblichen Stimme, die ein ehrliches Gespräch mit ihren Bewohnerinnen sucht, alles Frauen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten, einige mit Migrationsgeschichte, andere alleinerziehend oder im Rentenalter. Das Gespräch zwischen „Stadt“ und „Gästen“ gestaltet sich schwierig, da unterschiedliche Kulturen, Wünsche und Erwartungen aufeinanderprallen. Die sieben Frauen setzen sich mit ihrer Umgebung auseinander, erkunden ihre Beziehung zum Ort, hinterfragen ihre Zugehörigkeit und formulieren Wünsche an die Stadt. Nach der Vorstellung reflektieren die Performerinnen mit den Zuschauer:innen über die angesprochenen Thematiken.
“Frauenstadtrundgänge“ – Eine etwas andere Stadtbesichtigung
Frauenstadtrundgang Basel: Seit 1990 erarbeiten Studierende und Wissenschaftler:innen unkonventionelle Stadtrundgänge in der Region Basel. Erkenntnisse und Fragen aus der aktuellen Frauen- und Geschlechtergeschichte werden spannend und verständlich an ein breites Publikum vermittelt. Ein Beispiel für 2026: Geschichten aus dem Abseits; Ein Rundgang zu Sport, Gender & Inklusion.
Frauenstadtrundgang Winterthur: Seit 1998 bietet der Verein Frauenstadtrundgang Winterthur szenische Stadtrundgänge an. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen auf der lokalen Frauen-, Geschlechter- und Sozialgeschichte. Das Markenzeichen ist die szenische Vermittlung der Inhalte. Der Verein setzt sich für mehr Sichtbarkeit von Frauen im öffentlichen Raum ein. Ein Beispiel für 2026: Xsundheit! Frauen und Medizin in Winterthur.
Frauenstadtrundgang Zürich: Zu lange wurden Frauen in den Geschichtsbüchern nur in den Fussnoten erwähnt. Um dies zu ändern, gründeten einige Historikerinnen und Geschichtsstudentinnen 1991 den Frauenstadtrundgang Zürich mit der Vision, Frauen- und Geschlechtergeschichte im öffentlichen Raum sichtbar und einer breiten Bevölkerung bekannt zu machen. Ein Beispiel für 2026: Ein Blick zurück auf den steinigen Weg des Frauensports.